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Ansätze für eine Spiritualität der Basileia

Der Gott, den Jesus verkündet hat, ist ein Gott der Freiheit und der grenzenlosen Liebe. Diese Liebe kann die Logik der Alltagswirklichkeit unterlaufen; sie drängt sich nicht auf und begründet doch eine „Tiefendimension“ des Lebens. Die Basileia bezeichnet die Dynamik, die dann entsteht, wenn Menschen sich auf das Paradox der „gegenwärtigen Zukunft Gottes“ einlassen und wenn sie Erfahrungen riskieren mit einer Wirklichkeit, die mitten im Alltag die Alltagsrealität auf den Kopf stellt.

Es bleibt aber die Paradoxie als Grundhaltung dieses Glaubens: Der Gott, der bedingungslos zu mir steht und in dessen Liebe meine Existenz schon jetzt gesichert ist, garantiert kein Leben ohne Leid und Enttäuschung. Gott ist kein „Gegenstand“ dieser Welt, er ist kein „Faktor“, der sich kalkulieren und gezielt einsetzen lässt. Und trotzdem (oder gerade deshalb?) kann sich meine Welt verändern, wenn ich mir dieser Wirklichkeit Gottes (die ich nicht einfach mit dieser Welt „verrechnen“ kann), bewusst bin: Die Erfahrung der Basileia verändert meine Gegenwart und stellt das Glück und das Leid in den Horizont der Zukunft Gottes.

  • Die Botschaft Jesu neu verstehen

    Wege zu einer Spiritualität der Basileia Am Anfang steht das Versprechen, das Jesaja dem Volk Israel gibt: Ihr könnt auf eine Macht vertrauen, die den Armen und Hilflosen zur Seite steht, die den Tod und das Leid besiegen, Gewalt und Unrecht in die Schranken weisen und alle Tränen trocknen wird (1). Das Wirken Jesu beginnt…


  • „Jesus verkündete das Reich Gottes – gekommen ist die Kirche“

    Auf den ersten Blick erscheint das Zitat von Alfred Loisy (1857-1940) beinahe zynisch. Seine Absicht war aber eine ganz andere. Er wollte der kirchlichen Hierarchie seiner Zeit, die von den Ergebnissen der historisch-kritischen Exegese aufgeschreckt war, signalisieren: Es gibt einen Weg, der vom „historischen Jesus“ zum „Christus des Glaubens“ und damit auch zu kirchlichen Strukturen…


  • Ansätze für eine Spiritualität der Basileia

    Der Gott, den Jesus verkündet hat, ist ein Gott der Freiheit und der grenzenlosen Liebe. Diese Liebe kann die Logik der Alltagswirklichkeit unterlaufen; sie drängt sich nicht auf und begründet doch eine „Tiefendimension“ des Lebens. Die Basileia bezeichnet die Dynamik, die dann entsteht, wenn Menschen sich auf das Paradox der „gegenwärtigen Zukunft Gottes“ einlassen und…


  • Die Verkündigung Jesu und der „Gott der Apokalypse“

    Im Frühjudentum spielen apokalyptische Vorstellungen eine große Rolle. Allgemein herrscht die Überzeugung, dass das Ende der Welt unmittelbar bevorsteht. Geheime Offenbarungen kündigen die Gräuel, Schrecken und Katastrophen an, die über die Menschheit hereinbrechen werden; furchterregende Zeichen am Himmel und unerklärliche Vorkommnisse erzeugen immer größere Angst und Panik. Und hinter all diesen Drohungen steht ein Gott,…